Philosophische Veranstaltungen

Vorneweg :

„Die Deutschen sind ein gemeingefährliches Volk : Sie ziehen unerwartet ein Gedicht aus der Tasche und beginnen ein Gespräch über Philosophie.“                                                      Heinrich Heine

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Aktuelle / kommende Veranstaltungen :

Philosophisches Kino „Nouvelle Vague und Existentialismus“ – Sind wir in der Zeitenwende?

im: Kino im Künstlerhaus in Hannover

Wie zeitaktuell sind die Filme der französischen Nouvelle Vague und der philosophische Existentialismus? Eine philosophisch-cineastische Annäherung.

Die Filme der französischen „Nouvelle Vague“ ab den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und der im Wechselverhältnis hierzu stehende französische „Existentialismus“ waren Reaktionen auf die Verwerfungen und Umwälzungen, die erfahrenen Entwurzelungen und Entfremdungen der Menschen in Europa in und nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Erfahrungen einer entfremdeten, „absurden“ Welt führten in neue künstlerische Ausdrucksformen in Literatur, Theater und Film sowie in neue Philosophien (Jean Paul Sartre, Albert Camus, Maurice Merleau-Ponty). Die Corona-Pandemie lies uns Camus Roman „Die Pest“ neu entdecken. Ukraine-Krieg, Klimaerwärmung und eine mögliche Energiekrise stellen existentielle Fragen an uns alle. Die Verweise zwischen den französischen Gedankenwelten aus den 50er und 60er Jahren und der Jetztzeit sind vielfältig und verblüffend.

Die Reihe Philosophisches Kino „Nouvelle Vague – Existentialismus“ des Philosophen Dr. Achim Sohns erläutert die Parallelen zwischen Damals und Heute und bietet Erklärungsansätze. Gemeinsam wollen Philosoph und Zuschauer die Parallelen diskutieren, und versuchen ihre Bedeutung für das gesellschaftliche Heute zu ermessen.

„Das Absurde“, heißt es in Camus‘ „Der Mythos von Sisyphos“, ist „der Zusammenprall des menschlichen Rufes mit dem unbegreiflichen Schweigen der Welt.“ Film und Philosophie sollten in den 5oer Jahren und können heute Versuche sein, das Absurde zum Sprechen zu bringen. Darum geht es in der Reihe „Philosophisches Kino“.

18.09.2022, 19 Uhr: Hiroshima mon amour, Regisseur Alain Resnay, 1959 (Drehbuch: Marguerite Duras)

Eine französische Schauspielerin (Emmanuelle Rivas) versinkt am unmöglichem Ort Hiroshima in einer leidenschaftlichen Liebe mit einem japanischen Geschäftsmann. Ihre eigene Kriegserfahrung, auch als Liebende eines getöteten deutschen Soldaten verstärken das Gefühl der Entfremdung. Das Absurde löst auch die Struktur des Films auf.

30.10.2022, 19 Uhr: Ausser Atem – Au bout du souffle, Regisseur Jean Luc Godard, 1960

Außer Atem ließ seinen Held und seine Heldin, Jean-Paul Belmondo und Jean Sehberg, , ziellos durchs Leben treiben und schuf damit einen vor allem ästhetisch unvergleichlichen Beitrag zum Existenzialismus im Kino, der sich aber nicht nur durch seinen Inhalt, sondern eben auch durch seine Form ausdrückte.

04.12.2022, 19 Uhr: Jules et Jim, Regisseurs François Truffaut, 1962

Als sich der Österreicher Jules (Oskar Werner) und der Franzose Jim (Henri Serre) 1912 in Paris über den Weg laufen, sehen wir den Beginn einer großen Freundschaft. Sie können sich über alles austauschen, die Kunst, die Literatur – und auch die Frauen. Kompliziert wird es, als die beiden Catherine (Jeanne Moreau) kennen-lernen … Jules und Jim ist eine der großen filmischen Liebesgeschichten – ohne Romantik. Truffaut zeigt die Gefühle einer Dreiecksbeziehung zwischen Revolte und Konvention. Ohne Verurteilung entsteht ein Drama über drei Menschen, die sich in einem Geflecht auch der gemeinsamen Vergangenheiten selbst suchen und daran scheitern.

Im Film wird nicht nur mit neuen Erzählformen und visuellen Darstellungen experimentiert. Es werden auch gesellschaftliche Tabus und überlieferten Normen aufgegriffen. Anfangs ist die Welt in Jules und Jim noch in Ordnung, das Verhältnis ist unbeschwert, sowohl in der Zweierkonstellation wie auch zunächst zu dritt. Doch je stärker die Gefühle werden, umso mehr setzt bei Jules ein Exklusivitätsanspruch ein. Die Freiheit, welche sie anfangs alle suchen, wird zu einer Illusion, zu einem falschen Ideal. Die drei werden vom Leben eingeholt, von enttäuschten Erwartungen, auch die Weltkriegserfahrungen, als Jules und Jim auf unterschiedlichen Seiten standen, haben Spuren hinterlassen.

Anders als bei Liebesdramen schafft Truffaut Distanz zum Publikum, indem er das Trio von seiner anstrengenden, mitunter unerträglichen Seite zu zeigen. Ebenso wie der Erzähler, der immer wieder hinein kommentiert und den Zuschauer damit aus dem Geschehen reißt. Jules und Jim ist gleichzeitig echter und rauer, begegnet den Figuren mit analytischer Härte und Mitgefühl: Sie sind Täter und Opfer zugleich.

Das menschliche Leben ist entfremdet, geprägt von äußerem und innerem Widersinn und Absurdität. Gibt es Hoffnung?

Philosophisches Kino heißt: Philosophischer Vortrag, Film sehen und dann diskutieren.

Ort: Kino im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, 30159 Hannover

www.hannover.de/Kino-im-Künstlerhaus-Hannover/Filmreihen/Philosophisches-Kino

Lesung aus dem Buch „Philosophische Widerworte“

am 17. November um 19:30 Uhr, in der

„Buchhandlung an der Marktkirche“

(Hanns-Lilje-Platz 4, Hannover, buchhandlung-marktkirche.de, Eintritt 6 Euro).

Eine gute Gelegenheit mit mir ins Gespräch zu kommen oder Fragen zum Buch mitzubringen.

https://buchhandlung-marktkirche.buchkatalog.de/Veranstaltungen/961434398/9

Buchhandlung an der Marktkirche

Siehe unter „Veröffentlichungen“.

Philosophisches Kino im Kino Achteinhalb   – Mensch und neue Technologien

in: Celle, Hannoversche Straße 30E: www.kino-achteinhalb.de/:

Was bedeutet es für das menschliche Selbstbewusstsein, seine Selbstwahrnehmung, wenn sich Maschinen in selbstreferentiellen Prozessen autonom entwickeln, anfangen autonom mit ihm zu kommunizieren, und wenn Menschen künstliche von Maschinen oder rein gentechnisch gefertigte Bestandteile, Maschinenteile, in sich tragen? Wird der emphatische Homo ludens, der spielende Mensch, überflüssig oder bilden die neuen Verbindungen eine neue Realität und Qualität? Darüber wird vor und nach den Film zu sprechen sein!

Filme:

13. Oktober 2022, 19:00 Uhr: „Blade Runner“ behandelt – begleitet von der Jahrhundertmusik von Vangelis – das Über-Menschliche im menschlichen Klon, die menschliche Hybris und noch viel mehr (Nietzsche, Descartes).

Blade Runner (1982/1993 – Director's Cut) – Einführung & Gespräch mit dem Philosophen Dr. Achim Sohns

10. November 2022, 19:00 Uhr: „Ex machina“ handelt von der Möglichkeit und dem „Freiheitsdrang“ der Künstlichen Intelligenz, einer neuen „Singularität“ (Ludwig Wittgenstein, Nick Bostrom).

Ex Machina – Einführung & Gespräch mit dem Philosophen Dr. Achim Sohns

15. Dezember 2022, 19:00 Uhr: „Ich bin dein Mensch“ behandelt die Frage, ob sich ein Mensch in eine Künstliche Intelligenz verlieben kann. Philosophisch: Wie weit die allgegenwärtigen neuen Techniken das alltägliche Empfinden der Menschen durchdringen und verändern werden.

Ich bin dein Mensch – Einführung & Gespräch mit dem Philosophen Dr. Achim Sohns

Philosophisches Kino heißt: Vortrag durch Dr. Achim Sohns, der die philosophische Struktur des Films offenlegt – Film sehen – Film diskutieren.

Vergangene Veranstaltungen : Im Weiteren finden Sie die Themen und Vorträge der Vergangenheit. Wenn Sie möchten, bauen Sie gerne selber weiter. Oder Sie schreiben mir …

Die Vortragstexte können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Die Frühjahrs-Soiree 2020 am Freitag, den 20. März 2020, um 18:30 Uhr zum Thema :

Was ist ein gelingendes Leben ? ist abgesagt.

Die Menschen möchten glücklich sein. Doch was ist Glück und auf welchen Wegen gelangt man zu einem gelingenden, glücklichen Leben ? Fragen, die man sich schon in der Antike, in der antiken Philosophie, stellte – für die es heute kein neues Patentrezept zu geben scheint. Brauchen wir Entschleunigung, mehr Bewusstheit im Alltag ? Reden wir von Wohlstand, Aufgehen in Religiosität, Familie, Patriotismus ?

Für Aristoteles [* 384 v. Chr., † 322 v. Chr.]  musste das richtige Handeln von Tugend, aber auch von “hedone”, angenehmen Gefühlen oder der Lust am richtigen Tun, begleitet sein.

Zu diesen Fragen wollen wir uns auf der Soiree austauschen. Und : Natürlich werden wir auch über Corona sprechen …

Ort : Privatpraxis Jutta Franke, Große Barlinge 21, 30171 Hannover

Philosophische Soiree am 20. März 2020

Philosophisches Kino: „Parasite“ – Preisgekrönte (4 Oscars)  gesellschaftskritische Tragikomödie am 06. März 2020 im Hölderlin Eins

Parasite

Familie Kim ist ganz unten angekommen: Vater, Mutter, Sohn und Tochter hausen in einem grünlich-schummrigen Keller im tiefst gelegenen Viertel der Stadt und sind sich für keinen Aushilfsjob zu schade. Erst als der Jüngste eine Anstellung als Nachhilfelehrer in der todschicken Villa der Familie Park antritt, besteigen die Kims die gesellschaftliche Treppe nach oben. Mit findigen Tricksereien, bemerkenswertem Talent und großem Teamgeist gelingt es ihnen, die bisherigen Bediensteten der Familie Park nach und nach loszuwerden. Bald schon sind die Kims unverzichtbar für ihre neuen Herrschaften. Doch dann löst ein unerwarteter Zwischenfall eine Kette von Ereignissen aus, die so unvorhersehbar wie unfassbar sind.

Der aktuelle Gewinnerfilm der Goldenen Palme von Cannes und 4 Oscars des koreanischen Regisseurs Bong Joon Ho ist großes Kino mit größtmöglicher Spannung. In PARASITE materialisieren sich die Lebensformen und Klassengegensätze der westlich geprägten Konsumgesellschaft und des urbanen Prekariats. Der Film liefert eine scharfe Satire mit viel bösem Humor und Lust an der radikalen Zuspitzung der Verhältnisse.

Die technische Entwicklung, die Produktivkräfte, und die kapitalistische Globalisierung scheinen heute eine Endstufe erreicht zu haben. Brauchen wir einen Systemwechsel, mehr Gerechtigkeit oder ist Ungleichheit gerecht ?

Philosophisches Kino – Oscar Gewinner „Parasite“

Die Herbst-Soiree 2019 am Freitag, den 15.11.2019 befasste sich mit dem Thema :

‚Ist künstliche Intelligenz böse ? Eine philosophische Betrachtung‘ :

Maschinen werden immer selbständiger und intelligenter. Nach dem Vortrag befasste sich die lebhafte Debatte u.a. mit der Frage, ob der Prozess der Durchsetzung der Künstlichen Intelligenz in Wirtschaft und Gesellschaft gesteuert und menschengerecht gestaltet werden kann. Hierüber gehen die Meinungen in der Literatur und auch im Auditorium auseinander. Die Debatte über eine Entwicklung, die mit der Elektrifizierung im Zusammenhang mit der industriellen Revolution gegen Ende des 19. Jahrhunderts verglichen wird, ist eröffnet :

Der Philosoph Peter Sloterdijk formuliert in seinem 2017 erschienen Buch „Nach Gott“ :

„Die Konsequenzen des immer rascheren Abfließens von Menschenreflexionen in Maschinenreflexionen sind unabsehbar [was er als „Intelligenzdämmerung“ nach der „Götterdämmerung“ bezeichnet]. … Angesichts des offenbar unaufhaltsamen Geschehens drängt sich die Frage auf, was nach der Entzündung der künstlichen Lichter von dem ewigen Licht der Seele bleibt, nachdem diese ein gut Teil von ihrer vormaligen Leuchtkraft an die klug und immer klüger gemachten Welt-Dinge, die computerisierten Objekte, abgegeben hat. Die erste Maschine hatte die Seele ermächtigt, die zweite zwingt sie zur Selbstbetrachtung.

Am Freitag, den 25. Oktober, begann in Hannover die Reihe ‚Philosophisches Kino‘ im ‚Hölderlin Eins‘ mit Ridley Scotts Meisterwerk aus dem Jahr 1982 ‚Blade Runner : Endlichkeit, menschliche Identität und Hybris sind nur einige der Themen, die dort rund um den Film vorgestellt werden : More human than human.

Philosophisches Kino – Kultfilm von 1982

5. Am Freitag, den 3. Mai, konnten wir die Frühjahrs-Soiree 2019 zum Thema : Geht das Abendland unter ? durchführen. Oswald Spenglers Geschichtsmorphologie aus dem Jahr 1918 in der aktuellen Betrachtung.

Spengler erwies sich von verblüffender Aktualität. Die Welt in der globalisierten Zivilisation. Maschinenwelten, Globale Dominanz der Geldwirtschaft, Mega-Metropolen. Kulturkritik auf hohem literarischen Niveau (siehe auch unter der Rubrik ‚Presse‘).

Im Anschluss an Vortrag und Diskussion, Gespräche in kleiner und großer Runde – das ‚Aprés Soiree‘.

4.  Das Prinzip der „inneren Freiheit“ – Schopenhauers Weg zur Selbstbefreiung durch Selbsterkenntnis – Winter-Soiree am 01. Februar 2019

Die 4. philosophische Vortrags- und Diskussionsveranstaltung konnte dieses Mal als Soiree in der Ärztlichen Praxis Jutta Franke durchgeführt werden. Vortrag von Dr. Sohns und Diskussion drehten sich um das Verständnis und die mögliche Aktualität des Verständnisses von innerer Freiheit in der Philosophie Arthur Schopenhauers. Der Philosophie folgte das „Apres-Soiree“ – Lebhafte Debatten in kleineren Gruppen.

1. Praxiseröffnung : Die Welt ist meine Vorstellung ! Unter diesem Motto stand die erste Philosophische Matinee am 28. Januar 2018.

Neben einer Einführung mit anschließender Diskussion zur Zeitaktualität des 200 Jahre alten Werkes des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer, weitergehend : zu der Frage, welche Rolle der schopenhauersche Wille in der Vorstellung aufgeklärter westlicher Gesellschaften spielen könnte, gab es einen intensiven Einblick in die Arbeitsweise der Philosophischen Beratung.

2.  Die philosophische Frühjahrs-Matinee am 06. Mai 2018 befasste sich – in der Auseinandersetzung mit der Philosophie des Philosophen Immanuel Kant – mit dem eingeschränkten menschlichen Erkenntnisvermögen sowie mit der Frage, ob moralisches Verhalten nur aus Pflicht wertvoll sein kann : Auge, Brille, Erkenntnis – Was kann ich wissen und was kann ich tun ?

Die auf den Vortrag folgende lebhafte Diskussion der Teilnehmer zeigte, dass ein Zuviel an Pflicht in die Unmoral führen kann. Dass aber auf der anderen Seite eine rationale, nicht neigungsorientierte Moral zu wahrhaft wertvollen Urteilen führen kann.

3. Die Weihnachts-Soiree am 12. Dezember 2018 :

Thema : Karl Marx – Gescheiterter Revolutionär oder Visionär der Globalisierung ?

Kommunismus, Rauschebart, DDR, Revolution: Mit diesen Schlagworten verbinden die meisten von uns automatisch die Person Karl Marx. Ist er missverstanden als ewiger Theoretiker untergegangener Gesellschaftssysteme à la DDR oder Sowjetunion, als gescheiterter politischer Revolutionär? Doch ‚Marx is back‘ und hochaktuell : als Philosoph.